Der Paddelguide für Mecklenburg Vorpommern

Paddeltour, Kanutour, Mecklenburg Vorpommern
Der Paddel Guide für Mecklenburg Vorpommern

mit Ratgeber für Deine KANUTOUR

Mecklenburg- Vorpommern ist das Land der tausend Seen und Flüsse. Ob in der Müritzeregion, der Feldberger Seenplatte oder im Peenetal, bietet dieses riesige Wasserlabyrinth dem Paddler oder Kanuten unzählige Möglichkeiten diese schöne und wilde Natur aus einer völlig neuen Perspektive zu erleben. Ob in abgelegenen Regionen einsam auf weiter Flur oder da wo richtig was los geht, ist für jeden Geschmack was dabei. Mecklenburg Vorpommern verfügt zudem über ein dichtes Netz moderner und zum größten Teil hervorragend ausgestatteter Wasserwanderrastplätze. Seit über über zehn Jahren erkunde ich mit meinem Kanu und ein paar guten Freunden die Gewässer Mecklenburgs und erlebe dabei immer wieder viel unberührte Natur, seltene Tierarten, tiefschwarze Nächte inmitten urwüchsiger Wälder, nette und fröhliche Menschen in den Schleusen und auf den Rastplätzen und dazwischen immer wieder diese unbeschreibliche Ruhe und Einsamkeit .

Insgesamt bin ich bis jetzt seit über 10 Jahren zirka 1000 Km auf den mecklenburger Gewässern unterwegs gewesen und werde die einzelnen Touren hier ausführlich vorstellen und euch mit Tipps und allen Informationen versorgen, die für die Planung und Durchführung einer erfolgreichen Kanutour wichtig sind. Zudem gibt es eine Checkliste für eure Ausrüstung die ich mit meinen Freunden seit zehn Jahren immer wieder optimiere. Natürlich immer wieder mit dem Ziel, unnötiges Gewicht einzusparen.

Vor der Planung – drei wichtige Fragen

Wann, wie viele Tage und wie viele Tageskilometer ?

Bevor man sich über eine Kanutour Gedanken macht, ist es wichtig einen Zeitraum festzulegen. Wenn man alleine fährt ist das relativ unproblematisch aber wenn man so wie ich mit Freunden zirka eine Woche lang paddeln möchte legen wir schon meist ein halbes Jahr früher den Zeitraum fest, um die Tour bei der Urlaubsplanung gleich mit zu berücksichtigen. Als zweites sollte man sich dann überlegen wie viele Kilometer man am Tag paddeln möchte. Wir lassen das etwas gemütlicher angehen und planen von daher mit 15 bis maximal 25 km pro Tag. Hierbei ist wichtig immer einen Puffer mit einzukalkulieren, da man nie weiß ob die geplante Übernachtungsmöglichkeit dann auch wirklich den eigenen Vorstellungen entspricht. In so einem Fall haben wir in einer sehr abgelegenen Region statt der geplanten 20 Tageskilometer dann fast 40 Kilometer paddeln müssen, bis wir eine geeignete Stelle zum übernachten gefunden haben. Da gab es dann auch erst gegen halbeins in der Nacht Abendbrot. 🙂 ist aber zum Glück nicht die Regel.

Das Kanu kaufen oder mieten?

Die Frage ist bei einer mehrtägigen Paddeltour durchaus berechtigt. Wir haben uns damals für ein eigenes Kanu entschieden, da wir unsere erste Tour in einer Region geplant hatten, in der es keinen Verleiher vor Ort gab. Wir haben uns aus transporttechnischen Gründen für aufblasbare Zweierkanus des Typs Pathfinder entschieden. Die Boote bestehen aus einem sehr stabilen und strapazierfähigen gummiartigen Material.

Die Kanus haben uns nie im Stich gelassen und wir haben sie auch heute noch ab und zu im Einsatz. Allerdings ist der Kraftaufwand durch die schlechten Strömungseigenschaften im Vergleich zu einem Kanu aus PE oder GFK um einiges höher. Ein gutes aufblasbares Kanu geht so ungefähr bei 250€ und ein PE oder GFK Kanu bei ca. 600€ los. Wenn man ein Kanu für eine Woche mietet, bezahlt man so im Schnitt 100€ bis 130€. 

kanu pathfinder

Fazit : wenn man eine Lager- und Transportmöglichkeit hat und mehr als 2 oder 3 Tage jährlich mit diesen Booten auf dem Wasser verbringen möchte, dann lohnt es durchaus, sich ein eigenes Kanu zuzulegen.

Planen einer Route

Welcher Fluss darf es sein?

Persönlich würde ich auf stark fließende Gewässer mit Berufsschiffahrt verzichten. Das betrifft in Mecklenburg Vorpommern die Küstengewässer, die Oder oder die Elbe. Empfehlen kann ich in jedem Fall die Havel, die Müritz Elde Wasserstraße, die Ücker, die Warnow oder die Peene. Weitere Empfehlungen und Routenvorschläge folgen im letzten Teil des Artikels und ich werde hier auch nach und nach alle meiner bisher elf gefahrenen Touren durch die mecklenburger Wasserwildnis ausführlich vorstellen.

Wo gehts los ?

Wenn man ein Fahrzeug mit einem Dachgepäcktrager zur Verfügung hat, kannst du so eine Tour natürlich überall starten. Wenn nicht dann solltest du entweder direkt von einem Kanuverleih lospaddeln oder zumindest in der Nähe, da sonst hohe Transportkosten entstehen können. Da wir meist zu dritt oder viert unterwegs sind, fahren wir mit zwei Fahrzeugen. Auf jedem der Fahrzeuge befindet sich ein Kanu. Die Kanus laden wir dann samt Ausrüstung am Startort ab und dann bringen wir ein Fahrzeug zum Zielort der Tour. Am Ende läufts dann umgekehrt.

Wo gehts hin ?

Bei einem Leihboot sollte man das Ziel natürlich vorher mit dem Kanuverleih besprechen. Wenn man so wie wir alles in eigener Regie übernehmen möchte, errechnet sich das Ziel ganz simpel aus den Tageskilometern und des Zeitraumes der uns zur Verfügung steht. Meistens eine Kleinstadt oder eine Marina bzw. ein Wasserwanderrastplatz.

Wo schlaf ich ? Wo bin ich?

Navigieren auf dem Wasser

Es gibt in Mecklenburg Vorpommern wie schon erwähnt ein in Deutschland einmaliges und dicht verzweigtes Netz an Wasserwanderrastplätzen, Campingplätzen und Biwakplätzen . Dennoch sollte man sich die Strecke genau anschauen und eventuell eine Liste mit allen Übernachtingsmöglichkeiten erstellen. Bei uns nennt sich das dann Streckenplan. Hierfür benötigst du einen Wasserwander-Atlas der mit Kilometermarkierungen versehen ist. Das sind zB im Wasserwander-Atlas von KOMPASS kleine rote Striche die quer zum Flussverlauf eingezeichnet sind.

Auszug aus dem Wasserwanderatlas 608 Mecklenburgische Gewässer von KOMPASS

Genau an diesen Querstrichen auf der Karte, befinden sich dann real direkt am Flußufer die Kilometermarken. Alle 500 Meter gibt es ein Schild. Wenn man zB den Flusskilometer 65 erreicht hat, dann steht auf dem Schild auch die 65 drauf und nach 500 metern, also bei Kilometer 65,5 kommt dann wieder ein Schild, allerdings nicht mit der Auschrift 65,5, sondern es ist mit einem Kreuz versehen. Mithilfe markanter Punkte, wie zB. Brücken, Schleusen, Gebäuden oder Stromleitungen, kann man dann anhand der Karte schnell ermitteln, wo genau man sich gerade befindet. Wenn ich nun sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Route ermitteln möchte, beginne ich am Startpunkt der Tour und trage sämtliche Biwakplätze, Campingplätze, Kanuvereine, oder Wasserwanderrastplätze gleich mit der Kilometerangabe in eine Liste. Zusäzlich zu meinem altbewährten Wasserwander-Atlas von KOMPASS, benutze ich hierfür auch Google Earth und eine sehr gute Wasserkarte die ich aus dem Playstore habe. (Locus Map Pro) Auch Fotos sind nicht uninteressant und können manchmal mehr Auskunft über einen Rastplatz geben als die Kurzbeschreibung auf der Karte.

LINK zum Kaufexemplar auf Amazon

Wasserwanderatlas Mecklenburg Vorpommern 608

 

 

mitten in der Wildnis

Wenn der Hunger kommt ?

Ganz wichtig ist ausreichend Proviant. Wir starten unsere Tour meistens mit Proviant der für zwei Tage reicht. Unsere Routen plane ich so das wir möglichst alle zwei Tage an einer Kleinstadt mit ausreichend Einkaufsmöglichkeiten vorbei kommen. Zudem haben wir für Unvorhersehbarkeiten immer eine Notration bei, mit der wir weitere 2 bis 3 Tage überleben können. Da wir alle gerne und auf solchen Touren auch viel Essen gibts meistens was aus der Pfanne. Oftmals geht die Motivation für so eine Tour durch den Magen und wenns schmeckt und für alle reicht sind alle besser drauf 🙂

Daher gibts für unsere Tour im Vorfeld einen Speise- und Versorgungsplan fürs Frühstück, fürs Abendbrot und ich berücksichtige auch die Snacks abends am Lagerfeuer, wenn ich die Einkaufsliste erstelle. Nach 10 Jahren überlässt man halt nichts mehr dem Zufall, denn Hunger bzw. Durst macht sich auf einer Kanutour ganz schlecht…..:)

Hier ein ORIGINAL von 2012 🙂

Speise- und Versorgungsplan (Notration nicht vergessen)

Die richtige Ausrüstung

Was nehme ich alles mit ?

Die Ausrüstung ist das A und O auf einer Kanutour und entscheidet über den Erfolg Bzw. ankommen oder nicht ankommen. Wir haben unsere Ausrüstung natürlich an unsere persönlichen Bedürfnisse angepasst. Es gibt seit über zehn Jahren eine Checkliste. Dem einen mag es etwas übertrieben und viel vorkommen und dem anderen wieder viel zu wenig sein. Die einzelnen Punkte auf dieser Liste kommen jedes Jahr erneut auf den Prüfstand und somit optimieren wir unsere Ausrüstung immer mal wieder neu. Die vollständige Checkliste hier ist auf dem Stand der letzten Tour 2016 und kann am Ende des Artikels als PDF runtergeladen werden.

Vorher möchte ich allerdings auf einige wichtige Punkte dieser Liste speziell eingehen.

Auszug aus der Checkliste 2016

Regenjacke

Die Regenjacke sollte auf jeden Fall atmungsaktiv sein und über eine einstellbare Kapuze verfügen. Sie sollte auch einem Dauerregen Stand halten, also nicht nur wasserabweisend sondern wasserdicht sein.

Regenjacke atmungsaktiv

Regenhose

Auch die Regenhose ist ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung und sollte auch komplett wasserdicht sein, da man sonst beim Paddeln im Regen einen nassen Hintern bekommt.

Regenhose

Schwimmweste (sollte gerade beim überqueren von Seen getragen werden)

Schwimmweste

Zelt

Bei mehreren Personen sollte man immer darauf achten das man im Vorzelt genügend Platz hat . Gerade wenn man bei Regen in der Wildnis übernachtet und den Abend mit den Freunden und ein paar Bierchen gemütlich ausklingen lassen möchte, ist ein geräumiges Vorzelt Gold wert.

Zelt

Schlafsack

Unbedingt auf die Jahreszeiten achten. Der Temperaturbereich eines Schlafsackes gibt an für welche Jahreszeiten ein Schlafsack geeignet ist. Zu warm ist gar nicht gut. Dazu gibt es hier auch einen ausführlichen Ratgeber unter dem folgenden Link

Luftmatratze oder Isomatte 

Auch hier sollte man sich ein paar Gedanken machen, auf welcher Unterlage man die nächsten Nächte verbringen möchte. Auch hierzu gibt es einen ausführlichen Ratgeber unter dem folgenden Link

2x Taschenlampe(LED)

Auf jeden Fall sollte man eine Kopflampe Bzw. Stirnlampe mitnehmen, da man hier beide Hände frei hat und man glaubt gar nicht wie oft man auch abends wenn es dunkel ist mit suchen oder rauskramen irgendwelcher Dinge beschäftigt ist. Den Ratgeber dazu finder ihr unter folgendem Link

Aspirin

Aspirin plus C

Nasenspray

So ein Schnupfen oder eine leichte Erkältung hat man sich schnell mal eingefangen, aber deshalb eine ganze Tour abbrechen muss nicht sein, wenn man an die Hausapotheke denkt.

Campingstuhl

Da gibt’s natürlich eine riesige Auswahl aber dazu haben wir uns auch schon Gedanken gemacht. Den Ratgeber hierzu findet ihr unter folgendem LINK

Flickzeug

Ist nicht nur bei aufblasbaren Kanus sinnvoll sondern auf wenn man auf einer Luftmatratze die Nacht verbringen möchte. Hier reicht für den Notfall ganz einfaches Fahhradflickzeug.

2 – 3 mal Seesack mind. 60L

Wichtig ! Alles wasserdicht verpacken, denn so ein Kanu kann auch mal kippen oder wenn der Regen kommt ist man einfach auf der sicheren Seite. Ein Seesack mit Sichtfenster kann bei der Suche manchmal nützlich sein.

Seesack wasserdicht
Seesack wasserdicht mit Sichtfenster

mind. 6 Spannbänder

Beim überqueren von Seen kann es manchmal ganz schön ungemütlich werden. Da ist es wichtig das die Ausrüstung fest verschnürt ist und nicht verrutschen kann.

Spannbänder

handy Ladegerät

Da man natürlich nicht überall eine Steckdose zur Verfügung hat, kann man zusätzlich auch ein Solarladegerät verwenden. Seit dem letzten Jahr habe ich eins im Dauertest und bin damit sehr zufrieden. Hiezu gibt es auch einen Artikel unter folgendem LINK.

Verbandspäckchen (erste Hilfe)

Kleine Verletzungen entstehen schnell mal wenn man in der Wildnis unterwegs ist. Daher sollte man immer ein kleines und vor allem aufgefülltes Verbandspäckchen mit Pflasterbox mitführen. Ab und zu gibt’s sowas ganz günstig im Discounter in der Aktionsstrecke oder halt online .

erste hilfe

Wasserkocher – Spiritus.

Wer keine Lust auf die klassichen Campinggaskocher hat und diesen kleinen Minibomben 🙂 nicht traut, sollte sich für einen Spirituskocher entscheiden. Da gibt es ganz günstige Modelle aus Armeebeständen . Wir haben uns viele Jahre mit einem Schwedischen Modell jeden morgen den Kaffee gekocht. Das Ding bietet Schutz gegen den Wind ist zuverlässig und robust. Ab und zu benutzen wir den Kocher heute noch und natürlich auch wenn der Campingkocher mal defekt ist, was bisher auch schon zwei oder drei mal vorgekommen ist.

Spirituskocher

Falteimer

Wenn man inmitten der Natur ein Feuer macht um zu Kochen, Braten oder einfach nur um sich aufzuwärmen, sollte man immer einen Eimer gefüllt mit Wasser, griffbereit haben. Denn eine Windböhe kann unerwartet Funken meterweit durch die Luft schleudern, was schnell zu einem Brand führen kann. Dann zählt jede Sekunde und ein voller Wassereimer kann hier oftmals schlimmeres verhindern. Bitte baut auch nicht die Zelte unmittelbar neben der Feuerstelle auf und haltet einen Abstand von mind. 5 metern ein.

Falteimer

Bratpfanne

Wir benutzen eine große Bratpfanne aus der Gastronomie damit wir alle satt werden und braten direkt über dem offenen Feuer. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, das die Pfanne einen langen Griff hat, denn das hantieren über offenem Feuer ist nicht ganz ohne und mit einer Henkelpfanne verbrennt man sich dann garantiert die Finger.

Bratpfanne Gastronomie 40 cm
 

Kartenmaterial

Wasserwanderatlas Mecklenburg Vorpommern 608 Überarbeitete Auflage

Sollte jeder bei haben. Auf all unseren Touren bisher ein sehr zuverlässiger Begleiter. Der Wasserwander-Atlas für Mecklenburg Vorpommern von KOMPASS. 

Wasserwanderatlas Mecklenburg Vorpommern 608

Zelt Nahtdichter

Ganz wichtig ist ein Nahtdichter. Gerade wenn es mal öfter regnet ist ein dichtes Zelt wichtig und mit dem Nahtdichter von „McNett“ „SilNet“ haben wir schon so einige Tropfstellen am Zelt erfolgreich behandelt und dauerhaft abdichten können.

Nahtdichter Zelte McNett

Welche Paddel eignen sich ???

normalerweise verwendet man in einem Kanu ein Stechpaddel und in einem Kajak das Doppelpaddel aber …..

Ganz wichtig – Vorher Testen !!!!

bevor es los geht sollte man gerade wenn man zu zweit in einem Kanu sitzt, testen ob man zusammen den richtigen Rythmus findet. Wenn der eine zB schnell paddelt und zwischendurch pausen macht und der andere kontinuirlich durchpaddelt, kann es schnell zu problemen führen und der Steuermann (hinten) ist nur am ausgleichen der Richtung und das ist kraftraubend. Hier empfiehlt es sich in einem Kanu ein Doppelpaddel zu nutzen. So kann jeder paddeln wie er möchte und das Boot bleibt trotzdem in der Spur.

Die Checkliste

HIER gibts die vollständige Checkliste für die Ausrüstung als PDF zum DOWNLOAD

Noch ein TIPP : Rechts neben dem Ausrüstungsgegenstand auf der Liste kommt ein Haken der steht für “verpackt” daneben schreibe ich dann, wo der der Gegenstand verpackt ist. Dadurch Spart man sich später viel Zeit beim suchen. Vor den jeweiligen Ausrüstungsgegenstand auf der Liste kommt dann ganz zum Schluss ein Haken der für “verladen” steht. Quasi im Fahrzeug. Zukünftig werde ich auch noch den Punkt “ Einkauf verladen? “ mit auf die Liste setzen, da wir 2015 diesen leider im Kühlschrank vergessen haben 🙂 Natürlich war es auch noch Sonntag, aber meine Frau hatte erbarmen und brachte uns dann den Einkauf zum ersten Rastplatz dieser Tour. Allerdings war sie dafür auch den ganzen Tag unterwegs und naja…. muss ja nicht zur Regel werden 🙂

Jetzt gehts aufs Wasser 🙂

Verhalten auf dem Wasser (Sicherheit geht vor)

Niemals Quer !!!

Jedes Jahr geraten Paddler in Seenot wie zB. auf der Müritz und nicht selten mit tödlichem Ausgang. Große Seen sollte man nie quer überfahren. Gerade in der Seenregion kann das Wetter in ein paar Minuten blitzartig umschlagen und aus einem lauen Lüftchen wird dann schnell ein Sturm. Man hat dann keine Chance mehr das Boot zu halten. Vor ein paar Jahren habe ich so etwas auf dem Plauer See erlebt und es war die Hölle. Wir befanden uns etwa in der Mitte des Sees, als es plötzlich dunkel wurde und ein unheimlicher Sturm los brach. Damals hatten wir noch die aufblasbaren Kanus, konnten uns somit wenigstens einigermaßen stabil auf dem Wasser halten und sind nicht umgekippt. Allerdings sind die ca. 1Meter hohen Wellen in die Boote geschlagen und waren voll Wasser. Mit den letzten Kraftreserven konnten wir uns dann irgendwann ans Ufer retten. Wären wir damals schon mit unseren PE Kanus unterwegs gewesen, wären wir gekentert und ertrunken. Unsere Schwimmwesten hatten wir zwar bei, aber gut verpackt. Ein Fehler den viele Paddler machen. Deshalb sobald man sich auf dem See befindet, Schwimmwesten an, auch wenn sie bei 30 Grad im Schatten alles andere als bequem sind. Also wenn es über den See geht dann immer in der Nähe des Ufers bleiben. So hundert bis höchstens zweihundert Meter sollte der Maximalabstand meiner Meinung nach betragen wenn das Wetter entsprechend ist.

Gegenwind

Wenn es Windig ist und entsprechend Wellen das Paddeln erschweren und man das Gefühl hat, sich eher rückwärts statt vorwärts zu bewegen, sollte man irgendwie versuchen auf die Seite des Sees zu gelangen aus der der Wind kommt, auch wenn man dafür erstmal ein Stück in die entgegengesetzte Richtung seines ürsprünglichen Zieles paddeln muss. Dort sind die Wellen dann kaum noch spürbar und man kommt besser voran.

Richtig Schleusen

An den meisten Kanälen befinden sich Schleusen die das zu schnelle Ablaufen des Wassers vermeiden und so überhaupt eine befahrbarbeit der Kanäle ermöglichen.  Mit dem Boot fährt man oben rein  unten wieder raus oder eben umgekehrt. Allerdings  kommt es immer wieder zu unötigen Wartezeiten weil viele nicht wissen wie man sich an einer Schleuse richtig verhält. Vor allen Schleusen gibt es ein Signal. Rot bedeutet Warten – Grün bedeutet, das man die Schleuse befahren kann. Wenn man auf eine Schleuse zufährt gibt es auf der rechten Seite ein Wartezone. Dort sucht man sich ne freie Stelle und dann heisst es warten. Wenn die entgegenkommenden Boote die Schleuse verlassen, kommt dann irgendwann das grüne Signal. ACHTUNG !!!! Noch nicht lospaddeln, es sei denn man ist ganz alleine 🙂 Als erstes hat immer die Berufsschiffahrt Vorrang. (Ausflugsdampfer , Schwimmbagger oder sowas) Wenn dann noch Platz ist fahren als nächstes alle Motorboote hinterher. Erst danach kommen die Paddelboote und Kanus und bleiben hinter den letzten Motorbooten stehen. Bitte nicht neben einer Motoryacht, denn wenn der Skipper das Boot an der Schleusenwand befestigt weil er keine ahnung hat, (Charter) hängt die Yacht zB bei einer Abwärtsschleusung an den Seilen fest, die dann natürlich reissen und durch das zurückschnellen ins Wasser alles zermalmen, was sich dann seitlich neben der Yacht im Schleusenbecken befindet. Beim Rausfahren läuft das dann natürlich genauso ab.

Schleuse Fürstenberg

Ach und wenn irgend einer der Skipper seinen Motor während der Schleusung die schon mal 10 bis 20 Minuten dauern kann, laufen lässt, dann macht den zur Schnecke, denn das wird dann natürlich unerträglich vor Gestank.

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